Stadterkundung – Amsterdam Tag 2

Mit schmerzenden Füßen war ich letzte Nacht ins Bett gegangen. Als ich aufwachte, taten sie immer noch weh. Dazu gesellte sich ein respektabler Muskelkater vom Herumschleppen des Rucksacks. Ich gönnte mir erstmal ein umfangreiches Frühstück, um wieder zu Kräften zu kommen. Ein längliches Brötchen mit Wurst und ein Minibrötchen, nicht größer als ein Tischtennisball, mit Nutella und Honig. Dazu ein frischer Kaffee. So ein Frühstück kann echt magisches bewirken.

Zum Tag 1 des Amsterdam Reisetagebuchs

Früh verließ ich das Hotel. Für heute stand Amsterdam selbst auf dem Plan. Ich wollte keine Museumstour oder Ähnliches machen. Einfach die Stadt erkunden und Bilder machen. So zog ich also los und wunderte mich, wo alle waren. Es waren kaum Menschen auf der Straße. Vereinzelt sah man Kellner und Verkäufer ihre Restaurants und Stände für den Tag vorbereiten. Ab und zu war da auch mal ein Lieferant, der die Läden belieferte. Selbst im Rotlichtviertel war tote Hose. Man sah aber, was die Nacht für Verwüstungen angerichtet hat. Nicht unbedingt ein schöner Anblick. Das Wetter war bewölkt und ich hoffte, dass es aufklärte. Mein Weg führte mich Richtung Bahnhof und dem riesigen schwimmenden China Restaurant.

Sea Palace Amsterdam

Vor dem Restaurant waren Plattformen angebracht auf denen man sich eine Pause gönnen kann und es sich gut entspannen lässt. Meine Füße begannen wieder zu schmerzen also ließ ich es mir nicht nehmen, mich dort etwas auszuruhen. Außerdem hat man dort einen großartigen Blick auf die Stadt.

Ausgeruht. Es kann weitergehen. Unweit vom schwimmenden Restaurant führt eine Brücke zum NEMO. Das NEMO ist das wissenschaftlich-technische Museum von Amsterdam mit einer Besonderheit. Man kann dort hoch auf’s Dach und das völlig kostenlos und ohne irgendwelche Tickets. Man geht einfach um das Gebäude herum bis man eine ewig lange Treppe findet. Der Weg nach oben kann relativ anstrengend sein, vor allem wenn man wie ich ewig viel Ausrüstung durch die Welt schleppt. Ist man aber erst mal oben, erwartet einen ein wundervoller Blick über die Stadt.

Aussicht vom Nemo

Vom NEMO aus sieht man, von der Treppe aus auch das Segelschiff Amsterdam. Ein Nachbau des ursprünglichen Segelschiffe, dass auf seiner Jungfernfahrt unterging. Das stand weit oben auf meiner Liste also setzte ich Kurs und volles Segel. Das Segelschiff ist Teil des Schifffahrtsmuseum Amsterdam. Eine Stadt die vom Seehandel lebte muss bestimmt ein sehr umfangreiches Museum dazu haben, dachte ich mir. Aber wie! In 3 Flügeln verteilt auf bis zu 3 Stockwerken erwartet einen Dort ein Interaktives Museum, das so Interessant ist, dass ich da drin mehrere Stunden verbrachte.

Amsterdam ist schlichtweg riesig also beschloss ich, die Stadt weiter zu erkunden, doch die Altstadt ist kein Vergleich zu den Altstädten in Deutschland. Schnell ging ich wieder verloren und hatte nur einen Bruchteil der Stadt gesehen. Mir war schon klar, dass ich in den drei vollen Tagen in der Stadt niemals alles anschauen könnte. Schon gar nicht mit all den anderen Sachen die geplant sind. Ich fasste einen Entschluss und suchte mir die nächste Straße zum Hauptbahnhof. Es war an der Zeit für die Stadt-Bootsfahrt.

Tourboot auf Stadtrundfahrt in Amsterdam

Buchen kann man so einen City Cruise von überall in der Stadt doch ich überlegte mir, die beste Möglichkeit wäre es dies direkt an der Quelle zu tun wo die Boote ablegen. Direkt am Bahnhof, am Touristenstand gegenüber der Tramgleise kann man zum Beispiel eine solche Tour buchen und direkt losfahren. Der nette Herr am Schalter erklärte mir, dass es mehrere Möglichkeiten gibt. So kann man eine Tour im geschlossenen Touristenboot buchen, die Multi-Lingual über ein Audiosystem ist und ca. 60 Minuten geht. Kostenpunkt: ca. 16 €. Es gab dann noch die Möglichkeiten im offenen Boot. Diese gibt es nur in Englisch aber da spricht kein ödes Audiosystem, sondern der Kapitän selbst. Diese geht 75 Minuten, kostet ca. 21 € und ist in so einem kleineren Boot das besser durch die Grachten navigieren kann und auch besser zum Fotos machen ist. Außerdem wurde mir führ die Fahrt der Stundentenrabatt gewährt wodurch ich für die „Bonzenlösung“ nur so viel zahlte wie für die Fahrt mit der „Holzklassenlösung“. Ich muss aber Sagen, es lohnt sich den höheren Preis zu zahlen, denn man lernt so viel mehr Details über die Stadt kennen und kann auch zusätzlich Fragen stellen. Außerdem hat der Kapitän das eine oder andere Witzlein gerissen. Toll!

Für mich war die Bootsfahrt super, denn dabei muss man nicht laufen. Meine Beine haben das dankend begrüßt.

Den Tag ließ ich dann mit „Freit & Mayo“ (Holländische Pommes mit Mayo, Ketchup und Zwiebeln) ausklingen.

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